Grundsätzliches

Zweijährige berufsbegleitende Ausbildung zur/zum Malleiter(in) im Begleiteten Malen nach Bettina Egger

Das Begleitete Malen ist eine eigenständige Methode der Kunsttherapie und wurde von Dr. Bettina Egger entwickelt. Das Begleitete Malen arbeitet auf gestalttherapeutischer Grundlage mit den Malenden am Bild. Das Ziel des Begleiteten Malens ist es, die Kreativität im Menschen, seine Wahrnehmung und sein Vertrauen in die eigene Schaffenskraft und damit die Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.
Die begleitende Arbeit bei Erwachsenen und älteren Jugendlichen umfasst drei Ebenen:

die Arbeit am Bild (Form, Ästhetik, Geschichte ),
die Arbeit am Prozess ( Weg, durch den der Malende zum Bild kommt ),
die Arbeit an der Beziehung ( Kontakt zu sich und der Umwelt ).
Die Arbeit am Bild:

Bilder sind Sinn-Bilder, sie haben direkt mit den Sinnen des Menschen und seinem Lebenssinn zu tun. Im Begleiteten Malen soll der heilende Aspekt des Sinnbildes verstärkt werden. Der bildnerische Prozess wird nicht auf ein vorgegebenes Thema eingeschränkt. Weder Motive noch Gefühle werden zur Bearbeitung vorgeschlagen. Das Bild ist weder Illustration einer Pathologie, noch hat es eine verborgene Bedeutung, die nur der Malleiterin oder dem Maleiter ersichtlich ist, die Inhalte sind nicht Symbole für etwas anderes. „Eine Rose ist eine Rose, ist eine Rose.“ (Gertrud Stein) Bilder werden nicht erklärt, sondern geklärt.

Die Arbeit am Prozess:

Die Art und Weise, in der Menschen Bilder malen, spiegelt die Art und Weise, wie sie das Leben gestalten und bewältigen. Dadurch besteht die Möglichkeit, Entscheidungen zu überprüfen, Vermeidungen und Blockierungen zu erkennen, neue Lösungen zu finden und diese zu üben. Gleichzeitig entwickeln die Malenden ihre Kreativität, lernen neue Schritte zu riskieren und gewinnen besseren Kontakt zur Realität.

Die Arbeit an der Beziehung:

Die Beziehung zwischen Malleiterin und Malenden ist eine spezielle Lebenssituation, in der sich die üblichen Beziehungsmuster erfahren lassen. In der Auseinandersetzung mit der Malleiterin können sich die Malenden über ihre wirklichen Bedürfnisse klar werden. Sie werden aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen und Kontakt zu finden, ohne sich dabei selbst aufzugeben.

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen:

Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer Umwelt heran, die stark leistungsorientiert ist und wenig Platz lässt für Möglichkeiten sinnlicher Erfahrung und Einübung kreativer Fähigkeiten. Eine Flut von schnell wechselnden Bildern lenkt die Aufmerksamkeit nach außen, während die Beziehung der Kinder zu sich und ihrer Mitwelt in den Hintergrund tritt. Unter diesen Bedingungen ist es schwierig, die individuelle Persönlichkeit zu entfalten.

Durch die Darstellung ihrer Wahrnehmungen im Bild erhalten Kinder und Jugendliche die Möglichkeit sich auszudrücken, und den Erfahrungen und Erlebnissen, die oft im Bereich des Sprachlosen und Unbewussten liegen, Gestalt zu geben. Dadurch werden sie in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit unterstützt. Die Arbeit in der Gruppe fördert Rücksichtnahme und Toleranz.